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Vortrag

Additiv gefertigte Schutzgasdüsen für Schweißprozesse

Donnerstag (26.04.2018)
10:15 - 10:35 Uhr Kongresssaal
Bestandteil von:


Von besonderer Bedeutung für Qualität und Wirtschaftlichkeit beim Schneid- und Schweißprozessen ist eine gezielte Anpassung der Prozessgase und der Prozessgasführung an den Werkstoff und die Bearbeitungsaufgabe. Beispielsweise haben Gasdüsen beim Laserschweißen die Aufgabe, den gesamten Bereich der Schweißzone, den geschmolzenen beziehungsweise hoch erhitzten Bereich hinter und neben der eigentlichen Schweißzone sowie den Bereich oberhalb des Keyholes vor unerwünschtem Luftzutritt zu schützen. Standardisierte Gasdüsen sind dafür oftmals ungeeignet und müssen hinsichtlich der Düsengeometrie an die Applikation angepasst werden. Mittels konventioneller Fertigungsverfahren ist dies häufig nur eingeschränkt möglich. Der Einsatz von additiven Fertigungsverfahren erlaubt völlig neue Düsenkonzepte. Komplexe Gasdüsen, die bisher aus mehreren Teilen zusammengesetzt werden mussten, können in einem Arbeitsgang als ein Teil aufgebaut werden. Zudem steigt die Gestaltungsfreiheit von Innenstrukturen wie Kanäle oder Gasberuhigungszonen, da diese nicht mehr von formgebenden Werkzeugen abhängig sind. Das Herstellen der einteiligen Düsen, „quasi über Nacht“, spart erhebliche Kosten und Zeit. Die Düsen sind nach dem Aufbau praktisch einsatzbereit.

Der Einsatz von generativen Fertigungsverfahren für die Erzeugung von komplexen Gasdüsen wird aufgrund seiner Flexibilität und Kosteneffizienz, gerade bei geringen Stückzahlen, an Bedeutung gewinnen. In diesem Beitrag werden Anwendungsbeispiele gezeigt und die Besonderheiten hinsichtlich ihrer Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Anwendung erläutert.

 

Sprecher/Referent:
Dr.-Ing. Simon Jahn
Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH
Weitere Autoren/Referenten:
  • Dr. Michael Schnick
    OSCAR PLT GmbH