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Vortrag

Status quo der metallischen Multimaterialverarbeitung mittels Laserstrahlschmelzen

Donnerstag (26.04.2018)
11:55 - 12:15 Uhr Kongresssaal
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Die Additive Fertigung hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung für die Produktionstechnik gewonnen. Im Besonderen das Laserstrahlschmelzen (LBM) hat es bereits z. B. in der Luftfahrtindustrie, der Medizintechnik, der Werkzeugindustrie und im generellen Maschinen- und Anlagenbau in die Serienproduktion geschafft.

Die Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik (IGCV) befasst sich seit vielen Jahren mit pulverbettbasierten additiven Fertigungsverfahren, wie dem LBM, zur Herstellung von metallischen Hochleistungsbauteilen. Beim LBM werden mithilfe eines Laserstrahls dünne Schichten aus Metallpulver selektiv aufgeschmolzen und verfestigt. Derzeit können mit diesem Verfahren Bauteile aus einem Werkstoff, sog. Monomaterialbauteile, hergestellt werden. Multimaterialbauteile hingegen zeichnen sich durch mindestens zwei unterschiedliche Werkstoffe aus, die fest miteinander verbunden sind. Die Fertigung von 2-D-Multimaterialbauteilen, bei welchen ein Materialwechsel zwischen aufeinanderfolgenden Schichten erfolgt, kann bereits heute bei vielen marktüblichen LBM-Anlagen durch einen zeitaufwendigen manuellen Materialwechsel erfolgen. Dies ist bei einem 3-D-Multimaterialbauteil heute typischerweise nicht möglich, da hier innerhalb einer Schicht beide Werkstoffe vorliegen müssen. Zur Fertigung dieser Bauteile ist es notwendig, den Pulverauftragsmechanismus anzupassen, um die Ablage eines zweiten Werkstoffes in der Pulverschicht zu ermöglichen. Daher wurde am Fraunhofer IGCV ein neuartiger Auftragsmechanismus in eine LBM-Anlage soft- und hardwaretechnisch integriert, sodass nun der Aufbau von 3-D-Multimaterialbauteilen in einer kommerziell verfügbaren Laserstrahlschmelzanlage möglich ist. Dieser Vortrag soll einen Überblick zum aktuellen Stand bei der 3-D-Multimaterialverarbeitung geben und wird sich auf die Materialpaarung 1.2709 - Kupfer-Chrom-Zirkonium fokussieren.

Sprecher/Referent:
Dr.-Ing. Christian Seidel
Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- u.