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Oral-Poster-Präsentationen

Generatives MIG-Schweißen zur geometrischen Modifikation von Aluminium-Druckguss-Bauteilen

Mittwoch (25.04.2018)
16:35 - 16:40 Uhr Kongresssaal
Bestandteil von:

Session A: Poster-Oral-Presentation
Gehört zu:
Symposium OP: Oral-Poster-Präsentation


Beim generativen Schweißen auf Substraten, die nicht abgetrennt werden sondern einen Bestandteil des Endprodukts bilden, ergeben sich zusätzliche Anforderungen an die Prozessparameter. Dies gilt besonders für Prozesse, die dem Material einen hohen Wärmestrom zuführen. Der Wärmeeintrag, wie er z. B. durch den MIG-Prozess erzeugt wird, erzeugt in Abhängigkeit von Werkstoff und Temperaturniveau eine Wärmebehandlung. Im Kontext des generativen MIG-Schweißens zum geometrischen Modifizieren von Aluminium-Druckguss-Bauteilen sind genaue Kenntnisse des prozessbedingten Temperaturregimes erforderlich, um die Eigenschaften des Endprodukts abschätzen bzw. steuern zu können. Gleichzeitig muss der MIG-Schweißprozess in einem stabilen Parameterfenster geführt werden.

Am Beispiel der Bauteilmodelle Wand und Rohr wurden verschiedene technologische Prozesscharakteristika untersucht. Beschränkt wurde das Versuchsprogramm auf dünnwandige Strukturen, die ohne das Aufbringen mehrerer paralleler Bahnen in einer Lage auskommen. Auf Seiten des Schweißprozesses wurden u. a. Schweißgeschwindigkeit, Drahtvorschubgeschwindigkeit und Stromart des Werkstoffübergangs (AC/DC) variiert. Die Zwischenlagentemperatur diente sowohl als Eingangs- als auch als Ausgangsgröße. Im Falle der temperaturgeführten Versuche erfolgte der Wandaufbau unter Einhaltung einer definierten Zwischenlagentemperatur. Bei den zeitgeführten Versuchen diente die Zwischenlagentemperatur als vergleichende Messgröße.

Beobachtungsgegenstand waren einerseits die mechanischen Eigenschaften und das Auftreten von Materialunregelmäßigkeiten. Das Auftreten von Poren wurde insbesondere in Korrelation zur Prozesstemperatur untersucht. Andererseits wurde die Veränderung des Lagenaufbauverhaltens und die geometrische Gestalt des Endprodukts untersucht. Im Ergebnis konnten sowohl für Eingangs- als auch Ausgangsgrößen Prozessgrenzen ermittelt werden, die unter den gewählten Randbedingungen nicht überschritten werden können. Innerhalb dieser Grenzen kann die Wandstärke (Lagenaufbaubreite) in einem weiten Feld variiert werden.

Sprecher/Referent:
Dipl.-Ing. Benjamin Schlosser
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Weitere Autoren/Referenten:
  • Christoph Meineke
    Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Prof. Dr. Sven Jüttner
    Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg